Stiftung Wohlfahrtspflege NRW
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Ihr 30-jähriges Jubiläum feierte die Stiftung Wohlfahrtspflege NRW am 12. und 13. Mai 2004 im nordrhein-westfälischen Landtag - am Ort ihrer Gründung. Unter dem Motto "Wir helfen leben ... für Solidarität und Toleranz" fördert die Stiftung Maßnahmen und Einrichtungen der Alten- und Behindertenarbeit.
Die Auswahl des Veranstaltungsortes geschah nicht zufällig: Im Landtag wurde 1974 das "Spielbankgesetz NRW" verabschiedet. Darin heißt es, dass die Erlöse aus den Spielbanken einer eigens zu errichtenden Stiftung zukommen sollen, die die ihr zufließenden Mittel ausschließlich für gemeinnützige soziale Zwecke zu verwenden hat: die Geburtstunde der Stiftung Wohlfahrtspflege NRW. Seit ihrer Errichtung hat die Stiftung bis heute Zuschüsse in Höhe von mehr als 700 Millionen Euro bewilligt. Damit förderte sie mehr als 4.500 Projekte und konnte zahllosen älteren und behinderten Menschen helfen.
Die bisher geförderten Vorhaben verteilen sich über alle Regionen Nordrhein-Westfalens. Das Spektrum reicht vom Bau von Altentagesstätten bis hin zur Unterstützung von Integrationsbetrieben, vom Wohnungsbau für alte Menschen und Menschen mit Behinderung bis hin zur Anschaffung von behindertengerechten Fahrzeugen. Die Stiftung unterstützt dort, wo eine öffentliche Förderung nicht, noch nicht oder nur unzureichend gewährt wird. Gefördert werden freigemeinnützige Träger, die der Arbeitsgemeinschaft der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege des Landes NRW angeschlossen sind. Kommunale und privatgewerbliche Träger können nicht bezuschusst werden.
Während der Abendveranstaltung am 12. Mai wurden die Gäste vom Vorsitzenden des Stiftungsrates, Horst-Dieter Vöge, vom Präsidenten des Landtags NRW und Schirmherr der Veranstaltung, Ulrich Schmidt, und von Ministerin für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW, Birgit Fischer, begrüßt.
Anlässlich der zweitägigen Jubiläumsfeier präsentierten sich mehr als 30 der geförderten Projekte aus ganz NRW im und vor dem Düsseldorfer Landtag:
• Alexianer-Krankenhaus GmbH, Münster
• Arbeiterwohlfahrt Westliches Westfalen e.V., Dortmund
• AUTEA gGmbH, Gelsenkirchen
• Behinderten-Sportverband NRW e.V. (BSNW), Duisburg
• Bodelschwinghsche Anstalten, Bethel
• Diözesan Caritasverband für das Erzbistum Köln e.V., Köln
• DRK Kreisverband Steinfurt e.V., Steinfurt
• DRK Kreisverband Wanne-Eickel, Herne
• Evangelische Stiftung Hephata, Mönchengladbach
• Evangelische Stiftung Volmarstein, Wetter
• Fauna e.V., Aachen
• Friedensdorf International, Oberhausen
• Franz Sales Haus, Essen
• Gemeinnütziger Verein für Sozialeinrichtungen Herdecke e.V., Herdecke
• HFR Rümpelfix gGmbH, Münster
• INTRA, Bonn
• Josefsgesellschaft gGmbH, Olsberg
• Landesverband Lebenshilfe NRW e.V., Hürth
• Leben-Wohnen-Begegnen gGmbH, Enger
• Lebenszentrum Königsborn, Unna
• Marienhospital Gelsenkirchen GmbH, Gelsenkirchen
• MCS-Perspektive e.V., Bochum
• Münsteraner Dienstleistungs-Service (mds) gGmbH, Münster
• Pflegeverein für behinderte Menschen e.V. (PBM), Marl
• SOS Kinderdorf e.V. - Ausbildung und Beschäftigung, Kleve
• Sozialwerk St. Georg, Gelsenkirchen
• Troxler Haus Wuppertal e.V., Wuppertal
• Verband allein erziehender Mütter und Väter, Landesverband NRW e.V., Essen
• Vestische Caritas-Kliniken GmbH, Datteln
• Zentrum für Frühbehandlung und Frühförderung gGmbH, Köln

Ulrich Schmidt, Präsident des Landtags NRW und ehemaliger Stiftungsvorstand: "30 Jahre Stiftung Wohlfahrtspflege Nordrhein-Westfalen - das ist Programm und Verpflichtung zugleich. Getreu der Lebensphilosophie von Erich Kästner: ‚'Es gibt nichts Gutes, außer man tut es' hat der Landtag Nordrhein-Westfalen mit der Gründung der Stiftung Wohlfahrtspflege 1974 einen mutigen Beschluss gefasst."

Horst-Dieter Vöge, MdL und Vorsitzender des Stiftungsrates: "Der Auftrag der Stiftung Wohlfahrtspflege ist so aktuell und bedeutsam wie in den ersten Tagen."

Ministerin Birgit Fischer, Ministerin für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen: "Die Stiftung Wohlfahrtspflege leistet landesweit Hilfe, die ankommt. Und sie ist wegweisend, wenn es darum geht, neue Konzepte zu entwickeln und innovative Modelle zu erproben. Für Nordrhein-Westfalen ist ihre Arbeit heute unverzichtbar."

Helmut König (links) war langjähriger Geschäftsführender Vorstand der Stiftung Wohlfahrtspflege und gehörte zu den Ehrengästen der Jubiläumsfeier: "Als ich der Stiftung Wohlfahrtspflege im September 1979 erstmals begegnete, war es (bis heute währende) Liebe auf den ersten Blick und die Stiftung ein Pflänzchen, was im Verborgenen blühte."

Der Pflegeverein für behinderte Menschen e.V. (PBM) aus Marl präsentierte sich mit dem Projekt "Therapeutisches Reiten" vor dem Landtagsgebäude. Wo andere krankengymnastische Methoden fehlschlagen und Behandlungsmüdigkeit eintritt, kommt das Erfolgserleben beim Reiten zur Aktivierung, Verbesserung der Bewegung und Stärkung des Selbstbewusstseins.

Der Stand der Münsteraner Dienstleistungsservice (mds) gGmbH aus Münster bot mit dem kleinen Bistrobereich einen Ort der Begegnungen und Gespräche - ob bei einer Tasse Kaffee und einem Stück köstlichem Kuchen am Nachmittag oder einem kühlen Bier mit Snack am Abend.

Die Josefsgesellschaft aus Olsberg-Bigge versorgte die Gäste und Aussteller mit dem selbstgebrautem Bier "Josefsbräu" und köstlichen Getränken wie Josy-Johannisbeersaft, Josy-Apfelschorle und Josy-Cola aus eigener Herstellung. Nach Angaben des Trägers ist Josefsbräu der weltweit erste voll zugängliche behindertengerechte Getränkehersteller. Während der Festveranstaltung sorgte die Organisation zusätzlich für das leibliche Wohl und die Bewirtung der Gäste.




Über 800 geladene Gäste nahmen an der Abendveranstaltung teil. Neben den Eröffnungsreden blieb viel Zeit für Gespräche in gemütlicher Atmosphäre. Ein Pianist untermalte die Festveranstaltung mit Klavierklängen.


Das Lebenszentrum Königsborn aus Unna und die Evangelische Stiftung Volmarstein aus Wetter präsentierten sich mit Fahrzeugen, die von der Stiftung gefördert wurden. Der Bus der Stiftung Volmarstein verfügt über Dia-, Video- und Multimediaausstattung und ist geeignet, Rollstuhlfahrer sowie Vorführobjekte zu transportieren, die bei Veranstaltungen aktiv mitwirken bzw. vorgestellt werden sollen. Das Lebenszentrum Königsborn stellte einen Kleinbus vor, der überwiegend für den Transport von Kindern und Jugendlichen mit schweren und schwersten neurologischen Schädigungen genutzt wird.


Während des Presserundgangs besuchte der Präsident des Landtags und Schirmherr der Veranstaltung einige Ausstellungsstände - hier Nebelhorn e.V. aus Schermbeck. Zur Integration behinderter Menschen in die Gesellschaft durch künstlerische Maßnahmen unterhält der Träger eine "Kreative Werkstatt", in der regelmäßig Behinderte und Nichtbehinderte in Kleingruppen gemeinsam an ihren individuellen Werken arbeiten.


Eine Kutschfahrt, die ist lustig, eine Kutschfahrt, die ist schön ... Das SOS Kinderdorf - Ausbildung und Beschäftigung aus Kleve bot während des ersten Veranstaltungstages Kutschfahrten vom Landtag entlang am Rheinufer in die Düsseldorfer Altstadt an - nicht nur die Kutschfahrt war ein Erlebnis, sondern auch die Anekdoten und Gedichte, die der Kutscher zu erzählen wusste. Das Integrationsunternehmen arbeitet in der Forst- und Landschaftspflege und beschäftigt acht psychisch kranke Menschen. Ebenfalls werden touristische Kutschfahrten sowie Lehrfahrten in die nahe gelegenen Naturschutzgebiete angeboten.

Spielen macht Spaß: Mit dem Spiel, zu dem der Träger Intra aus Bonn einlud, kam es zu vielen Kontakten. Vier Kugeln mussten von drei Mitspielern in die vorgesehen Löcher balanciert werden. Der Träger Intra hat es sich zur Aufgabe gemacht, ergänzend zu den bisherigen Beschäftigungsmöglichkeiten für behinderte Menschen, alternative und nach den Fähigkeiten des Einzelnen ausgerichtete Arbeitsplätze zu erkunden und zu schaffen. Mit einem zusätzlichen Angebot "Betreutes Wohnen" will Intra jungen Menschen mit Behinderungen die Möglichkeit geben, sich von Ihrem Elternhaus zu lösen und ein selbstbestimmtes Leben zu führen.

Da die Jubiläumsfeier während der wöchentlichen Plenarsitzungen stattfand, war Harald Schartau, Minister für Wirtschaft und Arbeit ebenso zu sehen wi Bodo Champignon, MdL. In den Pausen besuchten die MinisterInnen und Abgeordneten interessiert die Stände und informierten sich bei den einzelnen Organisationen über ihre Arbeit.

Die einzelnen Aussteller präsentierten ihre Projekte mit Kunstobjekten, Plakaten, Flyern, Ausstellungsstücken und Internetpräsentationen oder wie der Diözesan-Caritasverband für das Erzbistum Köln e.V aus Köln mit einem Film. "Zwischen den Welten" bringt dem Zuschauer die besondere Lebenslage und Kommunikationsbedürfnisse gehörloser Menschen näher und beschreibt die Haltung, mit der die Gesellschaft Gehörlosen gegenüber tritt. Der Film hat zum Ziel, zu informieren, die "Sprachfähigkeit" und das Zusammenleben gehörloser und hörender Menschen zu fördern.

Mit Bärlauch-, Thunfisch- oder Gorgonzolapaste auf Schwarzbrot, köstlichem Kuchen sowie leckerem Kaffee präsentierte sich der MCS-Perspektive e.V. aus Bochum. Der Träger hat in der privaten Matthias-Claudius-Gesamtschule in Bochum den Kantinenbetrieb übernommen. Wichtiger Bestandteil des Schulkonzeptes ist die integrative Beschulung behinderter Kinder und Jugendlicher. Durch die Übernahme und Führung der Mensa als Integrationsunternehmen hat der Träger Arbeitsmöglichkeiten für geistig, körperlich und mehrfach behinderte Schulabgänger geschaffen.

Während der beiden Veranstaltungstage hatten Besucher und Aussteller viel Gelegenheit, sich über die einzelnen Projekte zu informieren. Wie hier an dem Stand des Fauna e.V. aus Aachen. Der Träger stellt seit Beginn seiner Tätigkeit im Jahre 1984 die Betreuung von gerontopsychiatrisch veränderten Menschen in den Vordergrund seines Wirkens. Er unterhält einen ambulanten Pflegedienst, der nach einem speziellen Konzept Fachpflege anbietet, sowie ein gerontopsychiatrisches Tagespflegehaus mit zwölf Besucherplätzen.

Wer der Clownin (Britta Schmidt) begegnete, dem begegnete (Lebens-)Freude. Die Künstlerin verlieh mit viel Humor rote Nasen und hatte dazu immer fröhliche Worte parat - hier gemeinsam mit dem Präsidenten des Landtags NRW, Ulrich Schmidt.
Britta Schmidt arbeitet für die Alzheimer Gesellschaft Mönchengladbach. Sie hat zahlreiche Erfahrungen mit Aktionen in sozialen Einrichtungen. Ziel des Projektes "Humor in der Pflege" ist es, besonders schwierige, verfestigte und gespannte Situationen durch den Einsatz von Humor aufzulockern und zu öffnen.

Standen für das offizielle Pressefoto parat (v.l.n.r.): Ulrich Schmidt (Präsident des Landtags), Barbara Steffens (Grüne), Micheal Scheffler (SPD), Horst-Dieter Vöge (MdL und Vorsitzender des Stiftungsrates), Josef Wilp (CDU), Ursula Monheim (MdL, Stellvertretende Vorsitzende des Stiftungsrates), Wolfgang Heiliger (Geschäftsführender Vorstand der Stiftung Wohlfahrtspflege)


Wolfgang Heiliger, Geschäftsführender Vorstand der Stiftung Wohlfahrtspflege, bedankte sich am zweiten Tag bei allen teilnehmenden Organisationen für das Engagement und die Tatkraft während der 30-jährigen Jubiläumsfeier. Zur Erinnerung erhielt jeder ein kleines Präsent.
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